Was Austauschmotor und Gebrauchtmotor unterscheidet
Ein Gebrauchtmotor stammt direkt aus einem Spenderfahrzeug. Er wird so verkauft, wie er ausgebaut wurde, meist nur gereinigt und geprüft. Seine Laufleistung entspricht der des Spenderfahrzeugs, mit allen Vor- und Nachteilen, die das mit sich bringt.
Ein Austauschmotor ist dagegen aufbereitet. Verschleißteile wie Dichtungen, Lager und oft auch Kolbenringe werden erneuert, bevor der Motor wieder verkauft wird. Dafür geben Sie Ihren alten, defekten Motor als Pfand ab, das sogenannte Kerntausch-Verfahren. Im Gegenzug bekommen Sie einen Nachlass auf den Preis des überholten Motors.
Wer Ihnen einen Austauschmotor anbietet, sollte das auch belegen können. Fragen Sie ausdrücklich nach, ob es sich um einen aufbereiteten Austauschmotor oder nur um einen ungeprüften Gebrauchtmotor handelt. Beide Begriffe werden in Anzeigen nicht immer sauber getrennt.
Welche Nachweise Sie vor dem Kauf verlangen
Der wichtigste Satz bei der Anfrage lautet: Kann ich das Prüfprotokoll sehen? Ein seriöser Anbieter dokumentiert die Kompression jedes einzelnen Zylinders, den Öldruck und eine Sichtprüfung des Motorblocks auf Risse.
Fragen Sie außerdem nach der Herkunft. Stammt der Motor aus einem Unfallwagen, einem Fahrzeug mit regulärer Abmeldung, oder aus einem Fuhrpark mit bekannter Wartungshistorie? Ein Motorcode aus wenigen Buchstaben, den Sie in Ihrem Fahrzeugschein finden, muss außerdem mit dem des angebotenen Motors übereinstimmen. Innerhalb eines Modells gibt es oft mehrere, nicht austauschbare Varianten.
Lassen Sie sich zudem die Fahrgestellnummer des Spenderfahrzeugs nennen, wenn der Verkäufer sie herausgibt. Damit lässt sich die Herkunft im Zweifel nachvollziehen. Ein Verkäufer, der diese Angaben ohne Zögern macht, hat in aller Regel auch nichts zu verbergen.
Wie Sie den Zustand selbst prüfen
- Sehen Sie sich den Motorblock von außen an: Ölspuren, Risse oder frische Dichtmasse an ungewöhnlichen Stellen sind Warnzeichen.
- Drehen Sie die Kurbelwelle von Hand, sofern zugänglich. Sie sollte sich gleichmäßig drehen lassen, ohne zu klemmen oder zu schleifen.
- Prüfen Sie die Ansaug- und Auspufföffnungen mit einer Lampe auf Ablagerungen, die auf einen hohen Ölverbrauch hindeuten.
- Sehen Sie sich mitgelieferte Anbauteile wie Lichtmaschine, Anlasser oder Ansaugbrücke an, denn deren Zustand verrät oft mehr über die Pflege des Spenderfahrzeugs als der Motorblock selbst.
- Bestehen Sie nach dem Einbau auf einem kurzen Probelauf, bevor die Werkstatt alles wieder verschließt.
Trauen Sie sich diese Prüfung nicht selbst zu, nehmen Sie Ihren Mechaniker oder eine unabhängige Werkstatt mit zur Besichtigung. Die paar Euro für die Zeit sind gut angelegt, gemessen am Risiko eines falschen Kaufs. Ein erfahrener Blick erkennt oft schon am Klang beim Anlassen, ob mit dem Motor etwas nicht stimmt.
Was ein Motor mit Einbau kostet
Der Gesamtpreis hängt stark von der Fahrzeugklasse ab. Bei einem Kleinwagen liegt er meist zwischen 900 und 1.700 Euro inklusive Einbau. Bei der Mittelklasse sind es zwischen 1.700 und 3.700 Euro. Bei einem Premium- oder V6-Diesel-Motor reicht die Spanne von 2.500 bis 6.800 Euro. Insgesamt reicht die Spanne damit von 900 bis 6.800 Euro.
| Fahrzeugklasse | Motor | Einbau | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Kleinwagen | 400 bis 900 Euro | 500 bis 800 Euro | 900 bis 1.700 Euro |
| Kompaktklasse (Benzin) | 700 bis 1.500 Euro | 600 bis 900 Euro | 1.300 bis 2.400 Euro |
| Mittelklasse | 900 bis 2.500 Euro | 800 bis 1.200 Euro | 1.700 bis 3.700 Euro |
| Premium oder V6-Diesel | 1.500 bis 5.000 Euro | 1.000 bis 1.800 Euro | 2.500 bis 6.800 Euro |
Welche Garantie beim Motorkauf üblich ist
Beim Kauf von einem Betrieb gelten die gesetzlichen zwei Jahre Gewährleistung wie bei jedem anderen gebrauchten Autoteil auch. Viele Anbieter werben zusätzlich mit eigenen Garantiezeiten. Diese sollen über die gesetzliche Mindestfrist hinausgehen oder sie ersetzen.
Üblich sind rund zwölf Monate Garantie bei einem gewerblichen Verkäufer eines Gebrauchtmotors. Bei einem Betrieb, der den Motor selbst überholt hat, sind es bis zu 24 Monate. Eine Verkürzung auf zwölf Monate ist aber nur wirksam, wenn Sie vorher ausdrücklich darauf hingewiesen wurden und sie im Vertrag eigens vereinbart ist. Sonst gelten weiterhin zwei Jahre. Mehr dazu unter Welche Gewährleistung Sie auf gebrauchte Autoteile haben.
Fällt der Motor nach dem Einbau doch aus, tragen Sie nicht automatisch die Werkstattkosten selbst, siehe Gebrauchtes Ersatzteil ist defekt, was tun?.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem Austauschmotor und einem Gebrauchtmotor?
Ein Gebrauchtmotor stammt unverändert aus einem Spenderfahrzeug, ein Austauschmotor ist vorher überholt worden, meist gegen Abgabe Ihres alten Motors als Pfand. Der Austauschmotor kostet mehr, kommt aber üblicherweise mit längerer Garantie.
Welches Prüfprotokoll sollte ich vor dem Kauf eines gebrauchten Motors verlangen?
Verlangen Sie Werte zu Kompression je Zylinder, zum Öldruck und eine Sichtprüfung des Motorblocks auf Risse. Ein seriöser Anbieter stellt dieses Protokoll ohne Zögern zur Verfügung.
Muss der Motorcode genau zu meinem Fahrzeug passen?
Ja, der Motorcode aus Ihrem Fahrzeugschein muss mit dem des angebotenen Motors übereinstimmen. Innerhalb eines Modells gibt es oft mehrere Varianten, die sich technisch nicht einfach austauschen lassen.
Was kostet ein gebrauchter Motor mit Einbau ungefähr?
Je nach Fahrzeugklasse zwischen 900 und 6.800 Euro inklusive Einbau. Ein Kleinwagenmotor liegt am unteren Ende dieser Spanne, ein Premium- oder V6-Diesel-Motor am oberen.
Wie lange gilt die Garantie auf einen gebrauchten Motor?
Gesetzlich gelten zwei Jahre ab Übergabe, kürzbar auf ein Jahr nur mit ausdrücklichem vorherigem Hinweis. Viele Anbieter werben zusätzlich mit eigenen Garantiezeiten von rund zwölf bis 24 Monaten.
